Gegenwärtig jagen sich die Termine im H2-Kalender in rascher Folge: Nur eine Woche nach der Meisterschaftsrunde standen europäische Spiele an. Na gut, ganz Europa war nicht beteiligt, aber immerhin Deutschland, Österreich und die Schweiz waren beteiligt – ältere H2-Spieler fühlen sich da gleich an das frühere Eurovision-Signet erinnert. Für die Finalrunde wurde ordentlich in der Spielerkiste gewühlt, gleich elf Feldspieler und beide Torhüter konnten erfolgreich hervorgekramt werden. Frühmorgens um halb elf war die Welt noch in Ordnung, sogar der silberne Stern glänzte – Aranda sei Dank – noch etwas aus den Glubschern. Im Halbfinale wartete der PTSV Kontanz auf die Ostschweizer. Die unerwartet hohe Spielerzahl schien das gewohnte Konzept der Toggis etwas über den Haufen geworfen zu haben, jedenfalls blieben sie zu Beginn trotz zahlreicher Chancen ohne Torerfolg. Röufu und Homer J. wussten dem etwas entgegen zu setzen, fabrizierten sie doch gemeinsam das 1:0 für die Konstanzer. Selbstverständlich wurde dieser Treffer absichtlich herbeigeführt, um die lauffaulen Stürmer zu beflügeln. Dies gelang vorzüglich, nun fielen die Tore in rascher Folge. Bis zur Pause wurde die Komfortzone mit 6:1 doch noch erreicht, Chlörli und El Presidente steuerten je zwei Treffer bei. Einzig Gygi schien noch nicht ganz angekommen zu sein, folglich wurde eine H2-Premiere umgesetzt: Erstmals spielten Vater und Sohn in einer Linie. Für alle Leser, welche sich die letzten sieben Jahre hinter dem Mond mit geschlossenen Augen und Ohren befunden haben: Es handelte sich um die Family Meile. Vorerst wollte ein Torerfolg für 1.609 Junior noch ausbleiben, der Sportchef steuerte hingegen das 7:1 bei. Töbeli feuerte kurz danach das 8:1 ab, danach war mit dem Toreschiessen Schluss. Die Konstanzer konnten weiteres Ungemach vom eigenen Tor fernhalten, einzig Necki liess noch eine Grosschance liegen. Den Süddeutschen gelang aber auch kein weiterer Treffer mehr, somit standen zwei Tatsachen fest. Erstens: Man hatte sich erfolgreich für das Finale qualifiziert und zweitens: Nun standen drei Stunden Jass an. Ohne grosses Zögern wurden die Jasskarten ergriffen, die Zeit gereichte gerade noch, um kurz Golddublonen gegen eine oder zwei Gerstensaftstärkungen einzutauschen.
Die Jassberichterstattung ist wie stets ausführlich: Erst liessen Frodo McEisträner und Pocahontas den angesäuerten Rüstl und Necki keine Chance, hernach überzeugte die Indianerprinzessin auch solo: Gleich beide Molotow-Partien entschied er für sich, offensichtlich muss er betrügen, wir wissen nur noch nicht, wie genau er dies anstellt. Am Nebentisch feierte Chlörli seinen ersten Jasserfolg der Saison, wobei es natürlich überaus schade ist, dass all diese ennet der Grenze erworbenen Titel in der Scorerliste nicht aufgeführt werden.
Gegen halb Drei wurden dann die letzten in Majoransenf gewälzten Würste verspeist, schliesslich stand ja das Finalspiel an. Im äusserst knappen zweiten Halbfinale setzten sich die Feldkirch Knights dank eines Treffers in der Verlängerung gegen die Lindau Islanders durch, jedoch hatte dieser Erfolg wohl viele Kräfte gekostet. Die bestens erholten Toggenburger legten los wie die Feuerwehr und waren rasch mit 3:0 in Front, ehe Goalie-Andi doch auch ein erstes Mal das eigene Gehäuse reinigen musste. Bis zum Pausentee wurde das Score auf 8:1 hochgeschraubt, der mittlerweile aufgetaute Necki steuerte vier Punkte bei, während der Sportchef mit einer völlig neuen Variante vom Elfmeterpunkt erfolgreich war. Somit war es an der Zeit, dem Nachwuchs-H2-Aspiranten Luca eine nächste Chance einzuräumen. Taktisch geschickt legte Kilae zuerst auf 9:1 vor, ehe Luca ein erstes Mal zuschlug und damit die kafkaeske Aufgabe erfüllen muss, weit jenseits jeglicher Legalität für die United-Pläuschler eine Bierladung zu organisieren. Als eine Zeigerumdrehung später dann gar die Kombo Meile/Meile erfolgreich war – getroffen hatte erneut der jüngere – war das Drehbuch endgültig perfekt umgesetzt. Töbeli steuerte noch einige sehenswerte Solos bei, so dass er vom Fleck weg von den Lindau Islanders verpflichtet wurde, Pocahontas zeigte zur Feier des Tages anschliessend gar noch einen originalen Reinli-Reinli – welch ein Hochgenuss! Samwise setzte den Deckel auf die Affiche, mit 16:2 ging das Finale zugunsten der Toggenburger aus.
Direkt im Anschluss durften die St.Galler den Rheintalliga-Pokal in Empfang nehmen, herzlich gedankt sei hier allen anderen Teilnehmern und insbesondere den organisierenden Vereinen für die tollen Affichen und die vorbildliche Organisation auf, um und neben dem Spielfeld. Schliesslich ging es dann auf den kurzen oder langen Heimweg. Der HöllenWG-Audi musste vorgängig noch betankt werden, der Präsi riss zu diesem Zweck den Organisatoren gleich einen ganzen Kasten Starkøl aus. In Schwyz war dieser Harass anschliessend bereits leer – nur Gygis Haare wissen, wo der Inhalt hingekommen sein mag…
Fürs Zwei international erfolgreich: Rustico Petr, Gygi ohni Hösli, Meiles Bueb, Meile Original, der Bachelor Rolfes, Francine Chlörli, Silvie die immer lacht, La Pocahonta, Rollatormanager Kilae, Bierprinzessin Necki, Sam Sametti Sämibär, Barts Dad Homer 2.0, Feldgeneral Flügefänger (O-Ton Matchblatt); non-playing Coach: Alexandra.









