6:1, 6:1 – dies sind nicht etwa die Satzergebnisse einer Erstrundenpartie von Roger Federer, sondern die Resultate der ersten beiden Spieldrittel in der Auftaktpartie gegen die Vipers InnerSchwyz – und dies zuungunsten der Toggenburger. Einzig das Schlussdrittel vermögen die Ostschweizer ausgeglichen zu gestalten, profitieren dabei aber hauptsächlich vom Zurückschalten der Hausherren. Die herbe Niederlage mit einem Resultat von 3:13 hinterlässt eine ratlose Toggenburger Mannschaft, welche punkto Einsatz und Kampfgeist um Längen hinter dem Gegner zurückblieb.

Rothenthurm – Oft waren die Begegnungen gegen die Vipers InnerSchwyz in der Vergangenheit hart umkämpft, meist entschieden nur ein oder zwei Tore Unterschied über den Ausgang. United Toggenburg muss für die Startphase der Meisterschaft verletzungsbedingt auf Teamleader Zwicker verzichten, welcher aber das Coaching und die Mannschaft in dieser Zeit unterstützt. Ansonsten konnten die Toggenburger auf alle Kräfte zurückgreifen, mit Michael Schwizer und Stillhart liefen zudem zwei u21-Junioren für United Toggenburg auf.

Schon kurz nach Spielbeginn wurde offensichtlich, dass sich das Heimteam wohler in seiner Haut fühlte und von Anfang an ein höheres Tempo anschlug. Die Startbaisse mit den ersten Gegentreffern war aber nicht dem Effort der Vipers, sondern viel mehr der enormen Fehlerquote von United Toggenburg geschuldet: Wiederholt landete ein unnötig riskanter Pass direkt beim Gegner, so dass sich die drei Torschützen Gwerder, Lüönd und Niederberger allesamt bei United für die Vorarbeit bedanken konnten – nach sechs Spielminuten stand das Resultat aus United-Sicht schon bei 0:3. Eine Auszeit beruhigte die St.Galler Nerven nur kurzzeitig: In Spielminute acht erzielte Gwerder schon seinen zweiten Treffer, kurz danach tat es ihm Niederberger gleich. Der Gegner kannte kein Erbarmen mit der schwachen Leistung von United – Nach zwölf Minuten traf Bachmann bereits zum 6:0. Ein einziger Lichtblick wurde durch den Initialtreffer von Frey geschaffen, eine Überzahlsituation zum Drittelsende blieb hingegen ungenutzt. Sinnbildlich fiel kurz vor der Pause mit Gian Liechti ein weiterer fleissiger Punktesammler aus, konnte jedoch im letzten Spielabschnitt wieder mittun.

Eine Reaktion musste zwingend erfolgen, die taktische Wahl fiel auf eine Bündelung der Kräfte in zwei Linien. Doch von Beginn an wurden die Ostschweizer durch weiteres Ungemach behelligt, ein Strafstoss nach einer Notaktion von Resegatti wurde aber durch Torhüter Liechti abgewehrt. Zur Spielhälfte erhöhte Smida wieder zugunsten der Vipers auf 7:1, kurze Zeit später durfte sich dann Thaddey nach einem Schutzraumvergehen im Strafstoss üben und bezwang den Keeper zum zweiten United-Treffer an diesem Abend. Just zum Drittelsende hin gerieten die Gäste aber wieder in altes Fahrwasser: Klimscha, Heinzer, Lüönd und Niederberger profitierten von United-Aussetzern oder waren schlicht schneller in ihrer Reaktion als die Toggenburger Abwehr. Auch diesmal prägte ein Sinnbild den Drittelsabschluss: Ein Pass von hinter dem Tor traf Rüegg unglücklich am Fuss und landete im eigenen Gehäuse – über weite Strecken schlugen sich die Gäste schlicht selbst.

Der Fokus in dieser längst entschiedenen Partie wechselte zum dritten Abschnitt hin: Während sich die Vipers InnerSchwyz auf einen tadellosen Defensivjob konzentrierten, mussten sich die Toggenburger weiterhin in Tempo, Passqualität und Engagement üben. Als positives Element kann hier sicherlich der dritte Treffer vermerkt werden, welcher auch endlich das lange ersehnte erste Tor von Junior Michael Schwizer in der ersten Liga herbeiführte. Insgesamt wirkte auch die Abwehr der Gäste nun kompakter, was aber sicherlich mit der Temporeduktion der Hausherren zusammenhing. Allerdings musste wiederum Gwerder ein Treffer zugestanden werden – mit dem Gesamtscore von 3:13 nahmen die Toggenburger eine der höchsten Niederlagen seit dem Wiederaufstieg hin.

Der Nackenschlag kam unerwartet, hatte United Toggenburg doch eine physisch intensive Vorbereitungsphase und ansehnliche Resultate in den Testspielen durchgemacht. Die Konsequenzen daraus sind aber umso wichtiger: Nur als Team mit gegenseitiger Unterstützung ist United Toggenburg konkurrenzfähig. Und ohne Konzentration auf eine kompakte Defensive, ohne eine hohe Präsenz in der eigenen Abwehr und ohne gegenseitiges Vertrauen ist das United-Spiel zu durchschaubar – nota bene sind dies die Qualitäten, welche die erfolgreiche Rückrunde der Vorsaison kennzeichneten. Rasch müssen die Toggenburger nun über die Bücher – am kommenden Samstag müssen die Gelb-Schwarzen eine deutlich verbesserte Leistung im Jubiläumsspiel gegen die Zuger Highlands präsentieren. Anpfiff im heimischen Ifang ist um 18 Uhr.

Für United Toggenburg spielten: Dario Liechti; Rüegg, Resegatti; Luzio, Tannheimer; Eicher, Landolt; Stillhart, Colin Gygax; Michael Schwizer, Gian Liechti, Herger; Gyr, Bruhin, Frey; Christoph Abderhalden, Thaddey, Philip Gygax; Simon Keller; Egli.