Na gibt es denn so was: Da startet die Meisterschaft der vierten Liga doch am frühestmöglichen Termin, und gleich steht schon eine Heimrunde für United an! Da liessen KüC Rüstü und United-Gildekoch Lüzchen wortwörtlich nichts anbrennen und organisierten Grill, Fritteusen und weiteres schweres Gerät für einen ordentlichen kulinarischen Genuss. Doch bevor die leckeren Schnitzel in Kombination mit den gelben Acrylamid-Stäbchen genossen werden konnten, musste erst einmal der Oxdog-Prügel tüchtig auf dem Spielfeld Gassi geführt werden. Mit einem beachtlich grossen Kader von 16 Feldspielern plus Pläuschlergoalie ging es ans Werk, zu Gast waren die Reserve-Motorsägen aus dem behaglichen Innerrhoden.

Eine Schrecksekunde gleich zu Beginn: Joista musste aus dringlichsten Gründen ultrakurzfristig auf einen Spieleinsatz verzichten, schon stand Newcomer und Ex-Pinguin respektive Ex-Ex-Toggi Jüli auf dem Gletscher. Unter den Fittichen von Verteidiger-Urgestein 1.609km gelangen seine ersten Ausflüge in defensivem Gefilde aber gut, vorne konnte El Presidente gleich einmal das präsidiale Flügelduell beim Bully für sich entscheiden. Die begeisterten Gänchen und JB am Jurytisch durften einen ausgeglichenen Spielbeginn mit Chancen hüben wie drüben bewundern, doch irgendwie waren die Appenzeller effizienter: Ein kurlig abgefälschter Ball landete direkt auf der Kelle eines gelbgewandeten Innerrhödlers, welcher nur noch einzuschieben brauchte. Schon kurze Zeit später war wieder ein Gästespieler alleine vor dem United-Gehäuse und traf zum 0:2. Zumindest Töbeli schien diesen Weckruf gebraucht zu haben, hämmerte er doch noch vor der Pause ein kurzes Pässchen von Hurdi in den Netzhimmel.

Die Chancenauswertung war noch nicht das Gelbe vom Ei, entsprechend mussten offensiv noch ein paar Scheite nachgelegt werden. Doch offensichtlich wurde diese Anweisung falsch verstanden, gleich stand schon wieder ein Appenzeller mutterseelenallein vor HJS und traf via Pfosten zum Dritten. Somit sollte doch eine Bündelung auf zwei Blöcke erfolgen, auch wenn dem in Silvie-Abwesenheit coachenden Torhüter arg angekreidet wurde, dass er hierfür ein Time-Out verbraten liess. Zumindest resultatmässig zahlte sich die Massnahme aber aus: Käptn Hügül eröffnete heuer sein Score früh und traf auf Pirminsche Vorlage zum 2:3, hernach war Bigg für den Ausgleich zuständig – auch er erhielt seinen Pass vom Ex-H1-Captain. Für eine erstmalige Führung war das Spiel dann doch zu rasch vorbei – aber ein Punkt zum Start ist gemäss alter H2-Legende vielversprechend. Für die Zuschauer liess sich der schreibende Torhüter aber noch etwas einfallen und holzte kurzerhand seinen Edelverteidiger Ragoul um – die Auswirkungen dieser Aktion sollten aber dennoch positiv sein…

Nun wurde die Zeit aber eng: In nur einem Spiel Pause sollten Grill und Konsorten positioniert, Kraftspeicher aufgefüllt und gleichzeitig Jasskarten durch die Lüfte geworfen werden. Bei schönstem Sonnenwetter lachte das Glück vorerst den beiden Karten-Aficionados Pocahontas und Lario, den ersten Jasspunkt heimsten sie sich knapp, aber verdient in einem Schieber ein. Dass die Jasser dabei das Einschiessen zur Pause knapp verpassten, wurde ihnen wider Erwarten nicht allzu gestreng angelastet. Als dann alles für den Grillplausch eingerichtet war, musste nochmals kurz der Halle eine Aufwartung gemacht werden – die Gäste aus Dürten, Bubikon und Rüti wollten sich mit der United-Beta balgen und liefen sich dafür vorbildlich und ausführlich ein.

Die Riders – so ihr kürzerer Name – hatten zum Tagesstart gleich einmal Flims deutlich gebodigt und strebten gegen United II den Vier-Punkte-Sonntag an. Die Toggis hielten aber munter mit und konnten nach furiosen fünf Startminuten mit vornehmlich defensiven Aufgaben auch vorne Akzente setzen. Noch blieben aber Grillgott Gitzi, Samwise und Genossen ohne Torerfolg, glücklicherweise purzelte aber auch hinten nichts ins Netz. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es zum Pausen-Gummibärensaft.

Doch von wegen Pause: Schiedsrichter und Toggenburger waren sich einig, dass auf den Seitenwechsel verzichtet wird, der Gegner wollte aber nichts von dieser alten Tradition wissen. Missmutig stapften die Altherren von United auf die andere Seite, so dass dann die Motivation, dem Gegner ein Schnippchen zu schlagen, gar noch etwas grösser wurde. Tatsächlich war auch auf der anderen Seite Unihockey möglich: Ein rascher Konter von Lario brachte ihm im Abschluss noch nicht das Glück, er konnte aber den Abpraller zu Chlörli schieben, welcher das 1:0 problemlos herstellte. Nun schlug die Stunde von Ragoul. Offensichtlich hatte die leichte Verdrehung seines Ellbogens im Spiel zuvor seine Schusskapazitäten weiter erhöht, ein Pässchen von Gile dem Jüngeren hämmerte er so unwiderstehlich und unhaltbar von der Mittellinie aus ins hohe Eck. Nun war aber der Ehrgeiz der Floorball Riders endgültig geweckt: Von Minute zu Minute nahm ihr Druck nun zu, ein sauberer Freistoss brachte ihnen noch vor den letzten 180 Sekunden den Anschlusstreffer ein. In einem Powerplay konnte Toggi nicht die eigenen Nerven beruhigen, auch nicht besser wurde das Ganze, als die Gäste dann ihren Torhüter ersetzten: Kilae, Gitzi und Rüstü liefen zu dritt aufs leere Tor zu, keiner wollte die Verantwortung übernehmen. Zwar waren die Pässe ein Augenschmaus, doch ein Tor wurde doch nicht draus. Somit liessen der Präsi und der Sportchef ihre Alte-Füchse-Taktik in den Schlusssekunden aufleben: Mit Distanzpässen über das gesamte Feld wurde die Zeit heruntergespielt, so dass Meile den letzten Pass gleich dem Gegner zukommen liess – schliesslich waren ja nur noch drei Sekunden zu spielen. Mit einem knappen 2:1-Erfolg durften die United-Schnitzelbrater die Punkte zwei und drei in dieser panhelvetischen und multilingualen Gruppe gebührend feiern.

Tranksame gab es erst in mediokrer Menge vom Webmaster, anschliessend reichlich von Bigg dem Bettenbauer, Kilae gönnte sich indessen doch lieber ein Zitronen-Panaché. Das Wetter blieb dem trömmligen H2-Haufen vorerst noch treu, bei schönstem Sonnenschein ging das Schmausen und Jassen erst richtig los. Der luchsige Lario sahnte gleich 1.5 weitere Jasspunkte ab, Poci schnappte sich den letzten halben Zähler. Somit ist einzig in der Jassrangliste schon eine Zäsur auszumachen, wobei die ungewöhnlichen Niederlagen von Joista und Chlörli doch gewisse Fragen aufwerfen. Ein kurzweiliger Nachmittag ging rasch vorüber, schon trieb Tätschmeister Egil-san die verbleibenden United-Recken zum tiffigen Aufräumen an. Und als dann auch das letzte Taktik-Sheet der Riders von der Tür entfernt worden war, durfte von zukünftigen Runden geträumt werden. Weiter geht es in drei Wochen, die Herisauer und die Pumas stehen nach zwei Spielen an der Sonne, United liegt in Lauerstellung.

Fürs Zwei dihei: Grillmaster Gitzgätz 2000, das wilde Manndli, Schlössliknacker, Erzherzog Jörgerl Watumba, 1000 Doppelschritte, Hurdi, Lario Luchs, Tobesiech, Knudils Brother, Pocahontas, Stolperpirmin, Capitano Uguli, Samwise, Turbos Thömmes, Donner-Ragi, Ersatzgoalies vom Aebi 1 und 2 (Reihenfolge der Redaktion bekannt); General Manager Chickeria: Luca