Auch nach sechs Partien bleibt United Toggenburg ohne Punkte. Trotz klarer Schlussresultate konnten die Toggenburger beide Spiele lange ausgeglichen gestalten, eine risikoreiche Schlussphase führte jeweils zu weiteren Gegentreffern. Dies und die nach wie vor mangelhafte Chancenauswertung müssen verbessert werden – Zeit dafür bietet die nun folgende Meisterschaftspause.

Wiederum wartete ein happiges Wochenendprogramm auf die Herren 1 von United Toggenburg: Gegner waren die mit viel Talent und Nationalliga-Erfahrung gesegneten Spieler von Zürisee Unihockey sowie die abschlussstarken und präzis spielenden Limmattaler – und zusätzlich mussten gleich beide Partien auswärts angetreten werden. Mehrere Abwesenheiten dünnten das Kader zusätzlich aus, mit Lukas Koller als Ersatztorwart sowie Lukas Schwizer als Verteidiger bestritten somit zwei weitere u21-Junioren ihre Premiere in der ersten Liga.

Trotz dieser Vorzeichen gingen die Toggenburger motiviert in die Samstagspartie in Zumikon, konnte doch an gleicher Stätte im letzten Qualifikationsspiel der Vorsaison ein Vollerfolg eingefahren werden. United Toggenburg agierte zu Beginn bewusst defensiv, was gefährliche Abschlüsse vorerst fernhielt, gleichzeitig aber auch wenige Chancen im Angriff generierte. Nach zwölf Spielminuten eröffneten die Hausherren das Score durch Fischer, anschliessend vergaben Frey und Abderhalden gute Möglichkeiten für United Toggenburg. Dario Liechti zeigte eine exzellente Abwehrleistung und hielt die Gäste im Spiel, gegen den präzisen Abschluss von Jucker kurz vor der Pause war aber auch er machtlos. Mit einem Resultat von 0:2 aus Toggenburger Sicht ging es zum Seitenwechsel, mit etwas Glück und mehr Mut wäre ein ausgeglichener Spielstand zu diesem Zeitpunkt durchaus möglich gewesen.

Hinten einigeln, vorne wenig Chancen – dieses Bild spitzte sich im zweiten Abschnitt weiter zu. Einzig Fauser durfte in diesem Drittel für Zürisee Unihockey jubeln, ansonsten hielten die St. Galler dicht – allerdings gelang es den Gästen kaum mehr, gefährlich in der gegnerischen Hälfte aufzutauchen. Zu grosszügig wurde der Ball den Hausherren überlassen, welche nicht mit Vehemenz einen weiteren Treffer anstrebten, aber das Spiel fast komplett selber gestalteten. Ein Dreitorevorsprung ist im Unihockey keine unüberwindbare Barriere – ohne Offensivchancen wird die Angelegenheit aber schwierig. Selbst eine Überzahlgelegenheit zur Spielhälfte wollte den ersten United-Treffer nicht herbeiführen.

Forechecking und Zweikämpfe suchen, bestimmter auftreten – dies die simple Zielsetzung für den Schlussabschnitt. Zwar glichen sich die Spielanteile deutlich an, aber immer noch fehlte die Überzeugung im United-Spiel. Symptomatisch fiel auch Treffer Nummer vier für Zürisee, Hardmeier traf unbehelligt. Zehn Spielminuten vor dem Ende fand der Ball dann doch endlich auch für United Toggenburg den Weg ins Tor, Thaddey bereitete mustergültig für Rutishauser vor. Die aufkeimende Hoffnung wurde jedoch jäh gebremst: Erst traf Jucker nach einem präzisen Querpass zum 5:1, anschliessend blieb eine üble Charge gegen Luzio ohne Strafenfolge. Mit vollem Offensivdrang kassierte United Toggenburg somit noch das 6:1 durch Klinkmann und in einer Unterzahl nach einem übermotivierten Einsteigen von Abderhalden das 7:1 durch Fauser. In einer anfangs diszipliniert-defensiven Partie verloren die Gäste zunehmend die Hoffnung auf eigene Treffer und liessen darob auch in der Verteidigung die letzte Disziplin vermissen.

Für die Sonntagspartie gegen Unihockey Limmattal mussten die offensiven Aktionen eindeutig häufiger werden, um mit Selbstvertrauen dem Gegner Paroli zu bieten. Tatsächlich gelang der Start in Urdorf deutlich besser: Im Startfurioso des Heimteams wurde einzig ein Treffer nach einem Präzisionsschuss von Luraschi hingenommen, anschliessend trat United Toggenburg kontinuierlich gefährlicher auf. Ein schnelles Zuspiel von Bruhin verwertete Philip Gygax nach neun Minuten zum Ausgleich, anschliessend scheiterte die Powerplay-Formation nur um Haaresbreite am Limmattaler Keeper. Der neuerliche Führungstreffer für die Hausherren durch Lutz stellte keinen Knackpunkt dar, noch vor der Pause glich Philips Cousin Colin Gygax per Distanzfreistoss aus. Punkto Einsatz und Wille war eine deutliche Veränderung zum Vortag auszumachen.

United Toggenburg nahm den Schwung aus dem Startabschnitt mit: Unmittelbar nach Wiederanpfiff scheiterte Abderhalden am glänzend reagierenden Schlussmann der Limmattaler, dieser bekundete aber Minuten später etwas Pech, so dass Thaddey das leere Tor zur erstmaligen United-Führung traf. Unihockey Limmattal fing sich aber rasch, nur eine Minute später glich Hofstetter zum 3:3 aus. Das Spiel blieb attraktiv mit Chancen auf beiden Seiten, nur knapp verpasste Michael Schwizer die erneute Führung. Kurze Zeit später musste er dann nach einem unkorrekten Stockeinsatz auf der Strafbank Platz nehmen, seine Mitspieler überstanden diese Situation jedoch ohne Gegentreffer. Erst gegen Drittelsende hin wurde das Heimteam wieder dominanter, hinsichtlich des Resultats schlug dies nun drastisch zu Buche: Lutz, Ramseyer und Nater erhöhten zwischen den Spielminuten 32 und 40 auf 6:3 – und allen drei Toren ging ein unnötiger Ballverlust in der Offensive voraus. Die Limmattaler Führung nach zwei Dritteln war zu deutlich, aber aus United-Sicht wiederum alles andere als aussichtslos.

Im Schlussabschnitt konzentrierten sich die Limmattaler verstärkt auf die Defensive, während bei United Toggenburg allmählich die Kräfte schwanden – das strenge Wochenende, welches fast durchgehend mit zwei Verteidigungs- und drei Sturmlinien bestritten wurde, forderte langsam die Physis. Ein weiterer Treffer durch Luraschi sollte noch nicht die Entscheidung sein, postwendend verkürzte Abderhalden mit seinem vierten Saisontreffer auf 4:7. Für die Schlussminuten setzten die Toggenburger nochmals alles auf eine Karte – und wurden mit drei weiteren Treffern bestraft; Frey traf alleinstehend nach einem defensiven Aussetzer, Ramseyer düpierte gleich zweimal seinen Gegenspieler und war jeweils alleine vor Dario Liechti erfolgreich.

Zwei Niederlagen an einem Wochenende – und doch wirkten die Toggenburger nach dem Sonntagsspiel nicht niedergeschlagen. Zumindest in der ersten Spielhälfte glich das United-Spiel wieder dem starken Schluss der Vorsaison, zusätzlich fehlten gleich vier Stammkräfte sowie der immer noch rekonvaleszente Zwicker an diesem anstrengenden Wochenende. Die Meisterschaftspause kommt zum richtigen Moment: Die fehlende offensive Durchschlagskraft sowie das noch ungenügende Passspiel können in den nächsten Trainings weiter verbessert werden. Und um es mit Andi Brehme zu sagen: „Haste Scheisse am Fuss, haste Scheisse am Fuss“. Nur gemeinsam und als Team wird es möglich sein, aus der Resultatbaisse herauszukommen.

United Toggenburg: Dario Liechti; Landolt, Rüegg; Colin Gygax, Luzio; Resegatti; Lukas Schwizer; Gian Liechti, Abderhalden, Herger; Michael Schwizer, Thaddey, Frey; Rutishauser, Bruhin, Philip Gygax; Lukas Koller.