Ein prächtiges Winterwunderland bildete die eindrückliche Kulisse für die erste H2-Runde im Kalenderjahr 2019. Trotz ungewohnt später Anspielzeiten stellte sich witterungsbedingt für die Toggenburger doch die schwere Passwahl: Ricken und Verkehr oder Hulftegg und viel Schnee? Erstere Wahl erschien plausibler und im Nachhinein auch richtig, die Möchtegern-Toggenburger von Flawil und Umgebung mussten solche Gedanken – Autobahn sei Dank – nicht lange durchexerzieren. Wider Erwarten trafen dann bis auf u21-Coach Prezi alle pünktlich ein, wobei der kränkelnde Gile und der sich beim Trainingseinlaufen (!) verletzte Aktivposten Pirmin fehlten. Dass dennoch gleich drei komplette Blöcke gebildet werden konnten, ist dem (Wieder-)Einstieg von Gan im H2 zu verdanken – zusammen mit dem Sportchef flankierte er an diesem Tag den gefürchteten Herzblock der United-Beta.

Eröffnet wurde die Runde aus United-Sicht mit dem Duell gegen die Floorball Riders – nur vermeintlich aufgrund der Tabellenlage eine einfache Aufgabe, spielen doch alle Teams in dieser Gruppe auf Augenhöhe. Der Start geriet dann auch entsprechend zäh: Zwar wurde dem Gegner mit einem doch recht ansehnlichen Forechecking gehörig eingeheizt, doch irgendwie fand der Ball nicht so leicht den Weg aufs Gehäuse, geschweige denn die relevante Zone direkt darin. Der frisch gebackene Topscorer Gitzigätz brachte den United-Hornschlitten dann doch auf Kurs, stibitzte er doch den Ball direkt beim Gegner und traf zur Führung. Dass aber auch die Zürcher Kontrahenten nicht zu unterschätzen wären, zeigte sich noch vor der Pause: Nach einem Querpass ungehindert glichen sie das Geschehen prompt wieder aus.

Irgendwie fehlte noch das Salz in der Toggenburger Mehlsuppe, eine lange Aussprache wurde aber durch den nicht etwa von den Unparteiischen, sondern von den Rittern selbst initiierten Seitenwechsel verunmöglicht – das Gerücht, dass sich gewisse United-Recken dabei über Gebühr enerviert haben sollten, ist dem Reich der Mythen und Ritterlegenden beizuordnen. Unabhängig davon: Weiterhin tat man sich im schönen Hittnau gehörig schwer. Glücklicherweise erwies sich Gitzi immer noch als halbwegs effizient, ein Zuspiel von Negli brachte er aus grosser Distanz präzise im Tor unter. In den Schlussminuten musste aber nochmals gezittert werden: Nach einer Zweiminutenstrafe gegen Chlörli – der Junge hat Willsgott schon Schlimmeres ohne Strafenfolge gemacht – wurde defensiv gehörig eingeigelt, so dass die zwei Punkte mit dem Minimalvorsprung über die Zeit gerettet wurden.

Nur ein Spiel Pause: sofort an die Jasskarten! Eingeklemmt zwischen Jurytisch, Festbeiz und Treppe lieferten sich gleich acht Akteure einen Kampf um die Meriten, die Zeit wurde gar so knapp, dass HJS den Job an Silvie weitergeben musste, da es sich im Tor doch leichter in angezogener Montur spielt. Den Jasspunkt sicherte sich schliesslich Capitano Ugi – bei drei Teilnahmen ist dies bereits sein dritter Erfolg. Nur noch einen halben Zähler trennen ihn somit von den Überjassern Poci und Luchsigers Lario.

Im zweiten Spiel warteten die Tuggener auf das United-Farmteam. Im Hinspiel geriet man arg in Rückstand, konnte diesen aber mit Glück und Können in den Schlussminuten drehen. Auch diesmal standen die Zeichen rasch auf Sturm: Vorne wurden zu viele Bälle verschossen oder zu lange mit dem Abschluss gewartet, hinten düpierten die Schwyzer die United-Defensive zweimal aufs Vorzüglichste – der 0:2-Rückstand war definitiv nicht unverdient. Möglicherweise hinderten doch die nicht mehr ganz taufrischen Linzertörtchen aus der Buvette etwas die Energietanks. Glücklicherweise blieb diesmal der Seitenwechsel aus, so konnte ausgiebig getestet werden, ob Torerfolge beim Gehäuse der Märchler auch möglich sind.

Neue Halbzeit, altes Bild: Zwar hatten die Toggenburger geringfügig mehr Ballbesitz, machten aber aus ihren Chancen zu wenig; nicht unerwähnt bleiben soll hier natürlich auch die vorzügliche Arbeit des Tuggen-Keepers, welcher die gefährlichsten Toggi-Abschlüsse souverän abwehrte. Als dann gar ein Stürmer des Gegners solo vergessen ging und auf 3:0 stellte, schrillten die Alarmglocken endgültig. Gänchen erzielte dann beim Comeback tatsächlich sein erstes Tor, ein Zuspiel von Meile wurde von ihm über den Torhüter hinweg bugsiert. Doch immer noch fehlten zwei Längen – früh musste mit sechs Feldspielern alles riskiert werden. Der Treffer in den leeren Kasten besiegelte die Niederlage, auch hier fehlte bei der Abwehr etwas das Glück. Nach vielen Spielen ohne Punkteverlust mussten die Toggenburger gegen ein starkes Tuggen wieder einmal eine Niederlage hinnehmen.

Immerhin konnten die Toggis in der Zwischenabrechnung vom vorgängigen Tagesgeschehen profitieren: Die Verfolger hatten ebenfalls gepatzt, somit bleiben die Churfirsten-Djangos zwei Punkte vor den Pfannenstielern und drei Zähler vor der Herisauer Spasstruppe. Schon in der nächsten Runde wird der Spitzenkampf anstehen – bei intensiven Winteraktivitäten und internationalen Turnieren werden die Toggis aber fleissigst an ihrer 2019er-Form schuften, um für diese Herausforderung gerüstet zu sein.

Fürs Zwei in Ober-, Unter- und Mittelhittnau: Gan, Silberstern, Negil-san, Bodo Beutlin, Kilae, Pocahontas, Hügil, Samwise der WhatsApp-Alleinunterhalter, de Düli, Rüstil, der Erzherzog, Luchses Lario, Pjotr, Chlörchen, 1.609km, Gitzigätz; Delegierter Qualitätskontrolle Linzertorten: Livio.