347 lange Tage zogen seit der letzten Spielzeit ins Lande, endlich ging es mit neuem, deutlich angenehmerem COVID-Regime wieder los. Nichts änderte sich an der Location: Erneut durfte der heimische Ifang als Spielstätte der ersten Runde bezogen werden – zu hoffen ist, dass es diesmal nicht beim einzigen Vergnügen in turbulenten Saisonzeiten bleibt.

Lange unklar war, wie das Kader sich in 3G-Zeiten zusammensetzen würde, im Verlauf der Woche durfte aber immer beruhigter aufs Lizenzblatt gespäht werden: Dank der erstmalig rechtlich möglichen Spielkombination Vater-Sohn aus dem Hause 1.609km und dem kurzfristigen Ansinnen Gitzis, neu eine H2-Lizenz zu verbraten und es etwas ruhiger anzugehen (welch Ironie: An diesem Wochenende spielte er dadurch gleich drei Partien und leistete einen Helfereinsatz) wuchs das Kader auf komfortable drei Blöcke an. Den zuverlässigen COVID-Check beim verletzten Trainer Silvie überstanden alle, somit konnten die brüchigen Stöcke aus den staubbeschickten Taschen gefischt und rasch noch ein paar Matchtrikots zusammengerauft werden – schon stand der erste Knüller nach langer Wartezeit gegen die dritten Pumas an.

Ähnlich dem Fanionteam am Abend zuvor an gleicher Stätte zeigten sich die Zürcher Oberländer zu Beginn alles andere als lauffaul und pflückten im Aufbau die eine oder andere Pille. Der Initialtreffer gelang dann doch einem der Hausherren, die kleine Meile war auf Vorlage von Eisenbähnler Kilae erfolgreich. Mit einem verdeckten Schuss glichen die Zürcher gleich wieder aus, doch auch das jüngere Kellerkind erwies sich als förmig und traf auf präsidiale Vorlage zum 2:1. Kurz hernach liess sich das tapfere Schreiberlein dann etwas gar leicht in der nahen Ecke erwischen, der Ausgleich beunruhigte die Schwarz-Gelben aber nur kurz: Erst brachte der Präsi auf Erzherzog-Zuspiel die Toggis wieder in Front, danach trafen Chlörli (wie üblich, Assist El Capitan) und Hugi zum 5:2-Pausenstand. Nicht unerwähnt bleiben soll hier das Schicksal des Vorlagengebers zu Treffer Nummer fünf: Kurz zuvor wurde ihm – nennen wir ihn Julien – ein tolles Tor aufgrund eines minim elevierten Stocks aberkannt, mit dem Zuspielpunkt konnte er dieses Ungemach aber gleich wieder beheben.

Nach dem nicht erfolgten Seitenwechsel blieben die Toggenburger ihrer Spielweise treu. Los ging es mit einem veritablen Schmankerl: Mit drei Pässen hebelten der Sportchef, Joista und Pit Sahat die Pille in Richtung Gehäuse. Alle drei hätten hier einen Scorerpunkt verdient, erhalten hat ihn aber nur Pit, den Treffer durfte sich erneut Gile der Jüngere einverleiben. Auch die Rekonvaleszenten-und-H1-Erfahrenen-Linie 3 wollte hier nicht im Abseits stehen, erneut traf Junior-Meile auf Gitzigätz-Vorlage. Da wollte doch auch Egil-San endlich auf dem Scoring Board erscheinen: Kurz zuvor war er nach tollem Chlörli-Pass noch knapp an seinem Vorhaben gescheitert, in der eigenen Defensive gab es dann aber kein Entrinnen – seine tolle Vorlage brachte ihm den Assist und den ZO-Pumas das 3:7 ein. Keine grosse Unruhe kam dadurch auf, im Gegenteil: Chlörli schnappte die Pille diesmal direkt von einem Berglöwen und traf zum 8:3, ehe Luca Meile sehenswert das 9:3, für sich persönlich den Hattrick und Kilae senior den zweiten Assist einbrachte. Der Schlusspunkt in der Form eines vierten Zürcher Treffers fiel… naja… etwas unglücklich, aber insgesamt doch nicht so tragisch aus.

Kurz feiern, ab in die Kantine – schon standen die ersten schmucken Schnitzelbrote, welche von KüC Rüstü und seine Entourage fabriziert wurden, zum Verzehr bereit. Signifikant für eine H2-Heimrunde sind selbstredend auch ausgedehnte Jassphasen, hier tat sich insbesondere Neuzugang Remo nach spielerisch starker Premiere auch punktemässig hervor und heimste gleich zwei Jasspunkte ein, weiter erfolgreich waren Joista (Molotow) sowie Poci, Kilae und 1.609km beim Schieber – Letzterer drohte, inskünftig dank reger Punktesammlung des Nachwuchses verstärkt das Augenmerk auf diese Kategorie der Torschützenliste zu richten. Als dann der Kuckuck schon die 13 proklamiert hatte und die vom UHC-Herisau-III-Nachwuchs im Gang errichteten Barrikaden überwunden waren, ging es an die Matchvorbereitung gegen Flims – die Schmach aus dem Vorjahr und damit 100% aller Saison-Niederlagen 2020/21 steckten noch allzu stark in den Gebeinen der United-Djangos.

Tatsächlich starteten die Bündner wie die Feuerwehr in die Partie, in den ersten fünf Spielminuten war wenig Licht am nebelverhangenen Alttogenburger Himmel auszumachen. Wie aus dem Nichts kam da eine hohe Flanke von Pocahontas: Bolliger schnappte sich die Kugel und hämmerte sie höchstpräzise ins hohe, weite Eck zur United-Führung. Dadurch verbesserten sich urplötzlich auch die Spielanteile zugunsten des Heimteams, El Capitan spürte förmlich seinen siebten Frühling im Herbstwetter und erhöhte solo auf 2:0. Ebenfalls vor der Pause noch erfolgreich war der doppelte Peter: Erst stocherten Kilae und el Presidente vor dem Kasten im Gewühl, ehe Pit Abdi genug der Faxen hatte und den Ball eiskalt-halbhoch in die Maschen beförderte.

Der eklatant-horrend gefährliche 3:0-Vorsprung liess die United-Recken dergestalt erstarren, dass in der Pause gar nicht erst gross gesprochen wurde. Umso überraschender, was sich danach ereignete: Völlig abgeklärt und souverän blieb der Ball nach der Pause praktisch durchgängig in den United-Reihen, präzise Pässe, welche in der Testphase noch nirgendwo erkennbar waren, schienen urplötzlich alte Gewohnheit zu sein. Und als dann schon 30 Minuten gespielt waren, traf einmal mehr Chlörli auf Hugi-Zuspiel zum 4:0. Um den erwähnten Torschützen arrangierten sich dann auch die Schlussminuten: Nach einem allzu offensichtlichen Bodenspiel wanderte er für 120 Sekunden auf den Strafschwedenkasten, diese Gelegenheit nutzte nun endlich auch ex-H1-Starspieler Gitzi, um alleine den Shorthander zum 5:0 zu bewerkstelligen. Bei seiner zweiten Strafe des Tages war dann Cl schon vehementer zugange, mit grossem Effort wurde auch diese Unterzahl überstanden. In der Schlussminute fiel dann doch noch der Ehrentreffer für die Flims-Triner, nach einem subjektiv gelungenen Spiel muss sich der Schlussmann dieses Tor schwerst ankreiden lassen. Glücklicherweise wurden dadurch der Flawiler Linie noch einige Spielsekunden zugestanden, so dass der zuvor getadelte Chlörli praktisch mit dem Schlusspfiff noch das 6:1 ins Gehäuse hämmerte.

Eine gelungene und sportlich erfolgreiche Initialrunde im heimischen Gefilde – diesen regnerischen Sonntag hätte man definitiv schlechter verbringen können. Mit weiteren kulinarischen Highlights und moderatem Hopfentee-Konsum vergingen die weiteren Stunden des Spieltages wie im Fluge. Und wäre dieses Getränk den Innerrhödlern, welche den Tagesabschluss bestritten, nicht irgendwann ausgegangen, so wären wir wohl jetzt noch im Ifang.

Mit voller Punkteausbeute und zehn Plustoren grinsen die Toggenburger vom temporären Thron der vierten Liga. Sicherlich werden aber die Gegner alles daran setzen, an besagtem zu rütteln und die United-Edelreserve bald wieder von der Spitze zu stossen. Weiter geht es schon in zwei Wochen: Am Sonntag, 03. Oktober warten zu früher Tageszeit im Paul-Reinhart-Ballsaal zu Weinfelden die Dragoner aus Mörschwil und die dritte Equipe von dort, wo es angeblich schön sei, auf United Toggenburg II. 

Zertifiziert reüssiert: Bolligers Mike, Neckertremo, Egil-San Kenobi, Pocahontas, Joigl, 1.609km, Kilaim Rama, Tömmes Turbo, Chlörchen, Pjotr, President of Wildmannli-Land, De Düli, Hügül, Gitzigätz, Meiles Luca, Donbot; Chefkontrolleur ID: Silberstern; erster Stempelverantwortlicher: Samwise.