Kurz vor Weihnachten, Schnee liegt in Massen – Nebel leider zumindest im Toggenburg auch. Nichts wie ab nach Herisau, für einmal verspricht das Appenzellerland schon frühmorgens artig Sonnenschein und viel Unihockeyvergnügen. Fast drei Blöcke landen schliesslich im wohlvertrauten Sportzentrum, aber leider nur fast: Eine Erkältung bindet Samwise ans sweet Home, womit in Abwesenheit des Präsidenten (mit unseren Kleinsten unterwegs) wieder einmal mit sechs mehr oder weniger gelernten Verteidigern und acht Stürmern eine Balance gefunden werden muss. Die COVID-Situation plagte für einmal stärker die dritte Partei in einer solchen Runde: Gleich die Hälfte der angekündigten Schiedsrichterpaare musste für die Schlussaffiche 2021 forfait erklären, glücklicherweise blieben die Toggis davon unbehelligt – zumindest was ihre Spiele angehen sollte…

Rasch wurde der muntere Austauschschüler Zwickie am Herisauer Speaktertisch begrüsst, übernahm er doch gleich den ansonsten sehr strittigen Part und führte die Torschützen- und Vorlagengeberliste der Toggenburger artig und geflissentlich. Deutlich mehr Emotionen versprachen hier die Kontrahenten aus Weinfelden, welch definitiv gute Argumente gegen einen United-II-Schlussspurt bereithielten.

Die Eröffnung gelang ganz ansehnlich: Bereits in den ersten Spielminuten führten die Toggenburger die etwas feinere Klinge, so dass Joista früh ein Zuspiel von Pit Sahat unter geringer Gegenwehr der Thurgauer ins Gebälk zimmern konnte. Fast ähnlich früh musste aber auch schon der erste Ausfall hingenommen werden: Uhrengott Egil-San hatte beim vortäglichen Skiplausch den Odermatt etwas allzu sehr nachgeahmt, mit einer bis dato noch nicht diagnostizierten Verletzung verbrachte er schweren Herzens die restlichen Spielminuten auf der Bank. Rasch wurde somit das Personal umgewirbelt und in drei Angriffs- und zwei Verteidigungsformationen drapiert, schon konnte das Vergnügen weitergehen. In der Folge glichen sich die Spielanteile etwas aus: United II war insgesamt häufiger ennet der Mittellinie anzutreffen, wirklich gefährlich wurde es aber selten. Die Akteure von Emotion Weinfelden tauchten nun auch sporadisch vor dem eigenen Kasten auf, noch vermochten aber die Grauen (ja, die Leibchen mussten gewendet werden) diesen Angriffsbemühungen Paroli zu bieten. Somit blieb es beim äusserst knappen 1:0-Pausenvorsprung.

Eigentlich passte ja so ziemlich alles zusammen, somit verzichtete Silvie grosszügig auf taktische Schachzüge für Umgang zwei. So änderte sich vorerst wenig am Spiel: United etwas gefährlicher, Weinfelden aber stets präsent. Eine Überzahl nach zu vielen Chneblern auf dem Court seitens der Emotionen wurde nicht genutzt, so dass bei gegnerischer Auszeit dann doch noch eine Restrukturierung auf zwei Linien vollzogen wurde – der fälschlich genannte Negli möge den Fauxpas an dieser Stelle verzeihen. Sei es nun diese planerische Massnahme, sei es der nun notwendige Offensivdrang der Weinfeldner: Mit Beginn der letzten drei Spielminuten liefen die United-Reserveeinheiten urplötzlich auf Hochtouren: Erst verdoppelte Gitzigätzi nach einer Vorlage seines ihm nun zugeschacherten Offensivgspänlis Chlörli die Toreausbeute, danach legte Tom Turbo auf Bolligers Zuspiel gleich noch eine Schippe drauf. Das sogleich folgende 4:0 ist wahrlich kein Ruhmesblatt für United Toggenburg: Ein weiter Auswurf des Schreiberlings landete bei Gitzigätzi, welcher leichtfüssig traf – allerdings dürfte der Spieler, welcher zwischen Auswurf und besagtem Torschützen stand, irgendwie und für alle United-Kenner absolut nachvollziehbar an der Ballannahme gehindert worden sein. Der gut postierte Unparteiische vermochte indessen nichts zu erkennen, wohl aber nahm er die anschliessenden lautstarken Proteste wahr, so dass ein Thurgauer unmittelbar nach dem Treffer seine Emotionen auf der Strafbank abkühlen musste. Unwiderstehlich zeigte sich nun das Powerplay in seinem zweiten Freilauf des Tages: Töbeli traf nach Sportchef-Assist zum Schlussstand von 5:0. Ein Spiel, das lange auf Messers Schneide lag, wurde schlussendlich klar, wenn auch deutlich zu hoch gewonnen.

Die Pause hatten sich die Toggis definitiv verdient, allerdings nicht ganz alle: Für den Torhüter und Legolas aka Mauro ging es nahtlos weiter, schliesslich mussten ja die abwesenden Schiedsrichter kompensiert werden. Sie durften ein faires, angenehmes Spiel zwischen den Pumas III und den Mörschwiler Drachen leiten, welches bis zum Schluss spannend blieb. Für solche Aktionen hatte die Plauschjassgruppe rund um Pocahontas und Capitano Ugi keine Zeit, galt es doch, in nur 55 Minuten einen Jasspunkt zu vergeben. Diesen Luchste sich schlussendlich Lario ein, es sollte nicht sein einziger an diesem Tag bleiben.

Weiter ging das Tagesgeschehen gegen Flims Trin Unihockey. Die Bündner beschränkten sich – ganz COVID-konform – auf lediglich acht Feldspieler und einen Torhüter, lehrten aber bereits in der ersten Tagespartie mit diesem personellen Engpass die Mörschwiler Dragoner das Fürchten. Entsprechend war man hinsichtlich der Gefährlichkeit der Bündner bestens gewarnt. Unterstützung vernahmen die Toggenburger hingegen von der Tribüne: Neckertadi – der Bruder von Neckertremo – fand sich auf der steilen Tribüne ein und begrüsste seine ehemaligen Spielgefährten herzlich, wenn auch ohne standesgemässe Kleidung in einem weissen T-Shirt. Eigentlich ging es wiederum ganz ähnlich los: Die United-Beta drückte ganz gehörig, die Flimser zogen sich – ob der engen Personaldecke absolut verständlich – weit zurück und beschränkten sich auf tiffige Konter. Die ersten Abschlüsse von Chlörli, Hugi und Konsorten blieben leider glücklos, deutlich erfolgreicher waren hier die Imbodner, so dass ihr erster, rascher Konter mit einem Solovorstoss und dem ersten Gegentreffer des Tages endete. Weiterhin blieben die St. Galler am Drücker, scheiterten aber allzu oft am gegnerischen Keeper oder am eigenen Unvermögen. Hinten wusste man sich allzu oft nur mit Fouls zu helfen, eine Druckphase im Anschluss und ein präsenter Flimser (gemäss Insider Negli wohl eher ein Churer) führten kurz vor der Pause das 0:2 aus Sicht der Toggenburger herbei.

Nun denn, auch diesmal hatte der taktisch mit allen Wassern gewaschene Trainer zur Pause eigentlich wenig zu mäkeln, lag doch die Federführung klar in eigenen Händen. Doch leider glich das Spielgeschehen in Umgang zwei allzu stark jenem der ersten 20 Spielminuten. Nach einigem Zusehen beschloss dann Silvie nach kurzer Rücksprache mit seiner Entourage, erneut auf zwei Blöcke zu verkleinern. Vorerst brachte aber auch das nix ein: Der Flimser Schlussmann parierte brillant, wobei gleichzeitig die Schüsse der United-Offensive ähnlich streuten wie einst das Obligo eines nicht näher genannten Motfahrers. Zum Glück brachen da endlich die letzten drei Spielminuten an: Captain Hugi hatte hier bei der letzten Mariokart-WM extra drei Pilze für diese Phasen eingekauft. Nun endlich war den Offensivbestrebungen der United-Pläuschler Glück beschieden: Pit traf knapp, aber sehenswert auf Zuspiel von 1.609km zum Anschluss. Und ehe sich der United-Keeper Gedanken über ein Verlassen seines Postens machen musste, fiel auch schon der Ausgleich: Gitzi führte mit einem satten, hohen Schuss nach präziser Vorlage Chlörlis das temporäre Remis herbei. Dass sich am 2:2-Spielstand bis zum Schluss nichts mehr änderte, kann situativ als Erfolg oder Misserfolg gedeutet werden: Flims Trin Unihockey kam noch zu einer dicken Chance, sie blieben aber erfolglos. Auf der anderen Seite wurde ein heftiger Zusammenprall des Sportchefs mit einem Bündner spät, aber doch zu früh geahndet, wäre doch nur Sekundenbruchteile später die erstmalige Führung für United gefallen. Insgesamt lässt es sich aber mit einem Unentschieden gut leben, da dies Resultat in geschilderter Gruppe nicht allzu häufig fällt.

Spielerisch ging somit das Jahr 2021 zu Ende, das Gesamtprogramm aber noch nicht: Während sich der Torhüter nochmals einen Schiri-Einsatz – unter tatkräftiger Unterstützung eines Pumas – gönnte, ging es für die restliche Entourage weiter ins Casa de Joista. Bei leckerem Hopfentee, exquisiten Bratwürsten und Spaghetti al dente wurde das Spielgeschehen im Kalenderjahr nochmals lebhaft durchbesprochen, ehe im munteren Kartenspiel die letzten Jasspunkte für Lario Luchs und den Hausherren verteilt wurden.

Noch ist nicht ganz Feierabend: Am Donnerstag, 23. Dezember geht es traditionell hoch auf den Wildhauser Gletscher, wo das stärkste Chneblerteam, der beste Partyboy und der eleganteste Sturz auf dem Eis gekürt werden. Leider ist davon auszugehen, dass sich der Rest der Saison danach verzögern oder ganz in Luft auflösen wird. Unabhängig davon dürfen sich die United-Djangos über eine zweistellige Spielzahl freuen, wobei gleich neun Akteure ohne jegliche Absenz glänzen. Viele spannende, humorvolle und freudige Spiele wurden ausgetragen – hoffentlich geht es bald weiter… Uns wird weihnachtlich zumute: Abderhaldens Pit, Bodo Beutlin, Michi Bolli, Egil-San Kenobi, der Erzherzog, Hugugi, Kilaim Rama, Thömmes Thurbo, Neckertremo, Töbeli der Schweinemetzger, Lario Lux, 1.609km, Gitzigätzi, Pocahontas, Silverstar; erste Käsereibe: Livio.