Welch Überraschung nach zwei Seuchenjahren: Tatsächlich währte der Saisonunterbruch diesmal nicht allzu lange, bereits im Februar durften die Toggenburger wieder zum Karbonscheit greifen. Lediglich eine Runde muss – Stand heute – in dieser Spielzeit ausfallen, auch ist die Gruppe nur um eine Mannschaft im Zuge der vermeintlichen Zertifikatspflicht geschrumpft. Kurzum: Endlich wieder Unihockey!

Viele Zöglinge folgten dem Lockruf des Aushilftstrainers Düli-Jüli hoch nach Schwanden, stolze 14 Feldspieler und 1.5 Torhüter – Müllers Ändu machte sich nach dem Helfereinsatz im Ifang gleich auf den Weg – standen für die Saison-Reprise zur Verfügung. Einige Verteidiger-Rochaden und unanständige Positionsforderungen der Flawil-Fraktion um Capitano Ugi führten zwar zu Beginn zu etwas Chaos, dennoch konnte das Spiel gegen die Mörschwiler Drachen fristgerecht aufgenommen werden.

Noch merkte man beiden Teams den Rost in den Gelenken ob der Saisonpause an, die Dynamik aus dem Hinspiel war hüben wie drüben noch nicht ganz da. Etwas aktiver war sicherlich die Chelä-Truppe, doch auch United II konnte einige Chancen verbuchen; nennenswert sind hier der abrupt und nicht ganz regelkonform gestoppte Rush von Samwise und der «knapp» hohe Stock von Stadler-san. Zur Pause lagen dann doch die Dragons in Front: Eine geschickt ausgenutzte 2:1-Situation führte zum ersten Treffer der Partie.

Für Panik war es definitiv zu früh und die Freude, wieder auf dem Acker zu balgen, überwog negative Empfindungen aufgrund des Rückstandes. Tatsächlich liefen die Toggenburger aber merklich zu oft im direkten Duell mit dem Gegenspieler auf, statt den Pass in die Tiefe zu suchen. Hier musste im zweiten Abschnitt mehr kommen.

Nun: Mehr in der Offensive waren die Toggenburger definitiv. Einige lukrative Chancen wurden vom gegnerischen Schlussmann stark pariert, aus Torhüterling-Sicht besonders schmerzhaft sind hier die Abschlüsse von Pit und Gitzi nach weiten Auswürfen anzumerken. Da stellten sich die Drachen doch etwas cleverer an: Ein Konter von ganz hinten und ein präziser Pass in den Slot stellten die United-Defensive bloss und das Score auf 0:2. Als dann kurze Zeit später ein Mörschwiler vor dem Tor den Ball erobern und präzise zum dritten Treffer verbuchen konnte, schrillten dann aber die Alarmglocken endgültig. Rasch wurde auf zwei Blöcke reduziert, rasch stellte sich eine Wirkung ein: Gitzi traf endlich für die schwarz Gekleideten zum 1:3. Mit vollem Risiko und zusätzlichem Rust auf dem Feld wurden die beiden Schlussminuten lanciert, und tatsächlich gelang dem Präsi auf Zuspiel von Tom Thurbo eine weitere Verkürzung. Dann aber stoppte der Buzzer alle Punktehoffnungen: Die Toggenburger hatten zu lange gewartet, bis sie ihr brauchbares Spiel ausgepackt hatten.

Auch nach dieser Initialniederlage im Jahr 2022 überwog emsiges Treiben den Frust: Endlich durften wieder die Jasskarten gewetzt werden! Drinnen oder draussen? Töbeli klärte die Frage und schleppte den Jasstisch ins Foyer, wobei dort der Zugluft fast noch stärker herrschte – naja, immerhin die COVID-Gefahr reduziert. Spannend die Geschehnisse von Beginn an: Chlörli legte los wie die Feuerwehr… ääh… Polizei und heimste einen Weis nach dem anderen ein, während die Verteidiger-Brigade (Joista, Remo) lange wie der sichere Sieger aussah. Im Schlussspurt kam dann alles anders: Hügli überflügelte den Tobias noch deutlich, während sich Jüli den Jasspunkt erkämpfte und definitiv offenbarte, dass er eben schon eher als Jasser denn als Trainer den Weg hoch nach Glarus Süd angetreten hatte.

Zurück am Spielfeld durften die United-Recken begeistert feststellen, dass Militär-Müller tatsächlich die Kilometer entgegen den Skiferien-Flüchtlingen erfolgreich hinter sich gebracht hatte und bis in die Haarspitzen motiviert war. Nicht weiter schwierig: Mit Herisau III warteten die klassischen Derby-Gspänli – Traditionalisten dürfen sie ruhig Wängi 1.1 nennen – auf die Affiche.

Nun ja: Auch diesmal verlief der Start nicht allzu rosig: Bei ausgeglichenen Spielanteilen wiesen die Ausserrhödler doch etwas die gefährlicheren Szenen auf, folgerichtig startete auch diesmal das Spiel mit einem knappen Rückstand. Erneut brachten es die Toggi-Edelreservisten nicht fertig, in Halbzeit eins ein Törchen zu schiessen. Abseits davon war aber für viel Spass und Abwechslung gesorgt: Die Veteranen auf beiden Seiten suchten schon kurz nach Anpfiff das Sauerstoffzelt, während sich Hess und Chlörli gegenseitig zeigten, wie sehr sie sich im Hinspiel vermisst hatten. Hoffnung versprach indessen der kadermässige Überhang von drei Feldspielern: Vielleicht wird ja den Herisauern vor uns die Puste ausgehen…

Tatsächlich wurden die Toggenburger von Minute zu Minute gefährlicher, ein kollektiver Aussetzer in der Defensive brachte aber Herisau III erst gar noch den zweiten Treffer ein. Doch wer den Titel einigermassen aktiv gelesen hat, weiss, dass nun präsidiale Besserung angesagt war: Zur Hälfte der vierten Halbzeit blitzte El Presidente erneut auf, magistral orchestriert von Pit Sahat brachte er die United-Beta wieder auf Schlagdistanz heran. Da wollte sich Neo-Solo-Topscorer Gitzi auch einschalten, auf Zuspiel Kilaes des Älteren bewerkstelligte er den Ausgleich. Und nun endlich bewiesen die St. Galler auch den benötigten Ehrgeiz für eine solche Runde: Erneut Rust brachte sie auf die Siegerstrasse (Zuspiel Pjotr mit Freundin in E-K), ehe Sam nach einem tollen Lauf von seitlich-aussen die endgültige Siegsicherung gelang – erneut kam diesmal die Vorlage von Bähnler-Kilae.

Das Schönste am Meisterschafts-Restart: Die Saison ist noch lange nicht vorbei! Da auf den vordersten Plätzen alle Teams Federn gelassen haben, steht der Gruppensieg allen Teams bis und mit Tabellenposition 6 – den Wirbelwinden zu Glarnerland – noch offen. Die Karten für United II sind nicht die besten, da sie auch vom Teamrückzug betroffen sind und eine Partie weniger anstehen wird. Unabhängig davon dürfte der Kampfgeist durch diese Leistungssteigerung im Turnierverlauf wieder erwacht sein. In drei Wochen geht es weiter: Eben genannte Hurricanes sowie Appenzell III werden dann in Frauenfeld auf die United-II-Horde treffen. Bei Vreni auf der Suche nach dem Kafi am Pischterand: Gitzigätzi, Kilaim, Samwise, Bolligers Mike, Julien, Chlorid-Anion, Capitano Hügül, Negli der Bärentöter, Neckertremo, der präsidiale Rust, Pit Sahat, Gile jung, 1.609km, archduke, Oberst Müller und ich; Verantwortlicher Ziger-Haushalt: Lias.