Huiii, da erlebt das H2 von United Toggenburg wohl die längste Bericht-Baisse seit seiner Gründung, entsprechend dringlich angebracht ist es, endlich wieder einmal in die Tasten zu hauen. Neues Jahr, Beginn der Rückrunde. Zwar wäre Laufwunder Joista von seiner komplexen Langlauf-Verletzung (sic!) wieder genesen, musste aber ferienhalber passen, auch Samwise zog die weissen Hügel dem kühl-diffusen Rheintaler Sonntagsmorgen vor. Spontan anerbot sich hingegen Legende Rust, die United-11 mit Rat und Tat und zur Not auch mit ein paar spielerischen Einsätzen zu unterstützen, so dass schlussendlich zehn Feldspieler, ein Türhüter sowie besagter Edelreservisten-Rust den Weg in die chnötschgelb ausgestaltete Halle in Heerbrugg fanden.

Los ging das Tagwerk gegen ZuWu. Schon wieder? Ja: Der Spielplan legte nur Weihnachten und Neujahr zwischen die beiden Affichen, entsprechend spannend war es zu sehen, wer die intensiven Trainingswochen wohl besser genutzt hätte, um das Remis aus dem Hinspiel zu drehen.

Der Start verlief ziemlich ausgeglichen: Die United-Beta wusste defensiv zu überzeugen und konnte gefährliche Zuspiele und Abschlüsse weitgehend verhindern, vorne wurde aber der Ball allzu häufig verstolpert. Dies galt nicht für Spielminute 10: Gekonnt behandelte Unihockeygott Quors den Ball, sodass der emsige Luchs Dario den Initialtreffer bewerkstelligen konnte. Zum Drittelsende hin kassierte Pit aufgrund eines überharten Körpereinsatzes seine erste Saisonstrafe – völlig berechtigt, in jüngerer Vergangenheit hat sich wohl noch nie jemand so schnell beim Gegner entschuldigt. In der Unterzahl wurde aber offensichtlich, dass in den zwei United-Blöcken gleich sieben gelernte Verteidiger stecken, insbesondere Leon nervte die Gegner, wo er nur konnte. Kaum waren die Toggis wieder komplett, zeigte endlich auch NeckertRemo, dass seine Torgefährlichkeit nicht nur aufs Training beschränkt ist: Toll lanciert von Pjotr traf er präzise zum 2:0. Mit dem allergefährlichsten nur denkbaren Vorsprung ging es in den geistigen Seitenwechsel.

Tatsächlich blieben die United-Edelreservisten auch im zweiten Umgang formstark und konnten die Führung rasch ausbauen: Erst traf das frühere H1-Traumverteidiger-Duo Cörs-Rüedel zum 3:0, ehe eine witzige Freistossabfolge das 4:0 einbrachte: Zuerst traf Necki 2.0 vom linken Freistosspunkt knapp nicht, der Folgefreistoss auf der anderen Seite wurde dann von Chlörli aus ebenso spitzem Winkel auf Zuspiel von Pit in die Maschen geklöppelt. Die ZuWus waren keineswegs so harmlos, wie das Resultat vermuten liess, dennoch muss sich der schreibende Kastenaffe das 1:4 in der nahen Ecke ankreiden lassen. Dafür blieb er in der Folge hellwach und musste sich nicht mehr bezwingen lassen, entsprechend durfte der erste Vollerfolg seit dem 2. November bejubelt werden.

Die verdiente Spielpause gestaltete sich – passend zum angejahrten H2-Kreis – äusserst nostalgisch: Widnaus Co-Präsident und United-Legende Ricci Iglesias fand sich in der Halle ein, böse Stimmen behaupten, dass er beim Spielplan wohl stärker auf die United-2-Auftritte als auf jene der Alligatoren geachtet habe. Intensiv wurde von früheren Zeiten, dem modernen Unihockey und langen Freitagabenden im Tögg parliert, mit Ex-Präsi Rüstel und 1.609km fanden sich selbstverständlich auch zwei Recken, welche bezüglich Historie und Pathos Paroli bieten konnten. Gejasst hätte er auch gerne, aber da war die Runde schon besetzt. Die Jass-Scorerliste zeigt sich spannend wie selten, HJS hat seinen Vorsprung aus den Startrunden mittlerweile eingebüsst, Necki zog gleich und liegt dank Australien-Bonus in dieser Wertung neu vorne.

Weiter ging das Tagwerk gegen Grabs-Werdenberg 2. Das neu formierte Team zeigte sich in dieser Saison initial noch mit Schwierigkeiten, die jungen Spieler und das breite Kader helfen den Nachwuchs-Rangers aber rasch bei der Entwicklung. Nicht unerwartet war dann die Aufgabe durchaus komplex: Die Grabser waren offensiv präsent und schossen aus allen Lagen, Urgestein Hans traf nach wenigen Minuten nur den Pfosten. Obwohl bis zur Pause keine Tore fielen, schien das Spiel ganz lebhaft gewesen zu sein – wer es nicht glaubt, darf gerne den Live-Ticker nachstudieren.

Diesmal hatte der Pausentee offensichtlich dem Gegner besser gemundet: Die Grabser waren in ihrem Element und eine sehenswerte Passfolge mit zwei Querzuspielen durch den Slot brachte dann das initiale 1:0 ein. Die Toggis waren um eine rasche Antwort bemüht, dadurch aber zu offensiv: Der Ballverlust von 1.609km war bitter, aber er wurde auch völlig alleine gelassen, so dass sich gleich drei Weiss-Blaue rund ums United-Tor fanden und das 2:0 Tatsache wurde. Die Antwort kam rasch: Poci spielte den Luchs perfekt vor dem Tor an, welcher gekonnt verkürzte. Doch irgendwie war der Wurm drin, so dass auch zwei Solo-Vorstösse von Chlörli und Rüedel unterwegs versandeten. Auch ohne GK wollte der Ausgleich nicht mehr gelingen, irgendwie war das Offensiv-Pulver halt schon gegen ZuWu aufgebraucht.

Wie H1-Colins, Riccis und andere iberisch angehauchte Menschen schon im Titel gelesen haben: Irgendwie ist die aktuelle Saison irgendwas. Die Bilanz ist kennzeichnend: Die Resultate der zwölf Spiele verteilen sich auf vier Siege, vier Niederlagen und vier Remis. In jedem Spiel liegen grundsätzlich Punkte drin, zugleich muss aber auch gegen jedes Team eine Niederlage befürchtet werden. Positiv darf sicherlich die defensive Entwicklung gewertet werden, in den letzten vier Spielen wurden lediglich sechs Gegentore eingefangen, hinten stehen die Altherren mittlerweile sicher. Gegen vorne ist man auf das Scoring von Chlörli, Samwise und Klein-Meile angewiesen – fehlt einer oder mehrere von ihnen, wird es eng. Positiv gewertet werden dürfen bis dato sicherlich die Auftritte von Leon und Lukas: Bei beiden reicht es (noch) nicht ganz fürs H1, umso wertvoller sind ihre Einsätze und ihr Engagement im H2 – wir hoffen, dass sie diese Spiele auch als gewinnbringend wahrnehmen und beide das Hauptziel (die komplette Anwesenheit in der gesamten Saison) klar fokussieren. Umgekehrt fehlen halt die weiteren Jungen. Bis dato hat es (fast) immer gereicht, das Spiel mit zwei Linien zu beenden, das Kader ist aber dünn. Es braucht dringend neue Kräfte, um den Fortbestand der zwanzigjährigen H2-Geschichte von United Toggenburg zu wahren.


Fürs Zwei im Chancen- und Ribel-Tal: 1.609km, Rüedel Rüegg, Leon, CH-Lukas, Kors, der luchsige Lario, Pocahontas, Chlörli, Pit Sahat, Necki 2.0, Wildmannli, ich.