In der zweiten Cup-Runde 26/27 unterliegt United Toggenburg dem NLB-Team des UHC Thun mit 3:12. Auch wenn am Ende eine gewisse Unzufriedenheit ob der gezeigten Leistung spürbar war: In vielen Aspekten vermochten die Toggenburger an diesem Abend zu überzeugen.

Bazenheid – Das diesjährige Cuplos versprach kaum Hoffnungen auf eine weitere Runde: Mit dem UHC Thun wartete der Qualisieger NLB und Herausforderer von Chur um einen Platz in der obersten Liga auf die Ostschweizer. Die Verletzungen von Koller, Gallati und Rutishauser halfen da ebenfalls nicht, immerhin konnten die St. Galler auf die Jungtalente – Livio Meile lief erstmals fürs Fanionteam auf – in ihren Reihen zählen.

Die Berner Gäste starteten vehement und konnten früh in Führung gehen, Zoss verwertete den präzisen Querpass perfekt. Bei den Toggenburgern fand die Offensivlinie um Cerny, Solenthaler und Lüthi am schnellsten ins Spiel, noch aber wurden die Chancen nicht verwertet. Nach elf Spielminuten tauchten die Thuner Gäste wieder auf dem Scoreboard auf: Erst traf Ruch mittels Nachschuss, drei Minuten später war Widmer aus spitzem Winkel erfolgreich. Als ein unnötiger Ballverlust in der Offensivzone Vogt den Konter zum 4:0 ermöglichte, schien die Partie bereits in die entscheidenden Bahnen gelenkt zu sein. Glücklicherweise sah dies die dritte Formation etwas anders: Direkt vom Anspielpunkt aus lancierten sie einen Angriff, welcher über Tim Götte und Schefer zu Schönenberger fand – und dieser traf präzise zum 1:4. Bezeichnenderweise fiel nur drei Sekunden vor der ersten Pause gar noch der fünfte Thuner Treffer durch Ammann – United Toggenburg kämpfte gut, in den entscheidenden Phasen wurde der Ball aber oft unnötig hergegeben.

Fehlerquote reduzieren und eigene Chancen nutzen – dies die Anweisungen des Trainerstaffs unter der Leitung von Herger. Ersteres wollte noch nicht so wirklich klappen: In Spielminute 23 wurde erneut ein Ball fahrlässig verloren, so dass Zoss im zweiten Nachschuss Liechti bezwingen konnte. Glücklicherweise schienen die Thuner mit einem ähnlichen Problem zu kämpfen, sie fingen sich erneut weniger als zehn Sekunden nach dem Tor einen weiteren Gegentreffer ein – nach gewonnenem Bully durch Büchel konnte eine Kombination über Gygax und Jan Röthlisberger erfolgreich durch seinen jüngeren Bruder Marco abgeschlossen werden. Die Fehlerquote stieg nun sprunghaft bei beiden Teams: Ein Zuteilungsfehler der ersten United-Linie ermöglichte Ammann den Thuner Treffer Nummer sieben, danach konnte Büchel auf Freistoss-Zuspiel von Landolt völlig ungedeckt zum 3:7 einschiessen – diesmal vergingen doch immerhin 28 Sekunden zwischen den beiden Treffern. Eine Strafe wegen Bodenspiels gegen Schefer konnte mit grossem Effort weggearbeitet werden, danach folgten die wohl besten Spielminuten der Toggenburger: Die Sturmlinie Cerny-Solenthaler-Lüthi kam immer wieder zu exquisiten Chancen, welche aber ungenutzt blieben, während die Routine-Tempo-Linie um Büchel und die beiden Röthlisbergers gar gegen den NLB-Qualisieger Forechecking betrieben. Leider blieben diese Bemühungen ohne Erfolg, so dass Widmer die Thuner noch im zweiten Spielabschnitt mittels Konter auf 8:3 davonziehen liess. Zwei bis drei Tore mehr wären in diesem Spielabschnitt für die Toggenburger durchaus möglich gewesen, umgekehrt muss aber auch konstatiert werden, dass einzig der starke Liechti die United-Equipe defensiv im Spiel hielt.

Nach dem spielerisch sehr gelungenen Mittelabschnitt stellte sich die Frage, ob die Energie noch für ein erfolgreiches Schlussdrittel reichen würde. Der Start in dieses verlief unglücklich: Ruch und Ammann trafen jeweils im Anschluss an einen gefährlichen United-Angriff mittels Konter in den Spielminuten 44 und 47. Die Auszeit brachte zwischenzeitlich etwas Luft, in den letzten Minuten musste dann dem Effort doch noch Tribut gezollt werden – Widmer und Lüthi erhöhten auf das Schlussresultat von 12:3 aus Sicht der Berner Oberländer.

Das Fazit dieser Cuppartie fällt insgesamt positiv aus: Mit klaren Aufgaben für die einzelnen Blöcke und grossem Einsatz wurde einem NLB-Spitzenteam phasenweise Paroli geboten, insbesondere zeigten sich auch die jungen Spieler äusserst motiviert und engagiert. Umgekehrt dürfen die Toggenburger aber auch kleine Punkte als Lehre mitnehmen. Ballverluste in der Defensive, unpräzise Zuspiele und mangelnde Defensivarbeit führten gegen den UHC Thun gnadenlos zu Gegentreffern. Ballbehandlung und Ballsicherheit müssen also zentrale Aspekte für die kommenden Trainingsmonate sein, ehe die Saison 2026/27 starten wird.


United Toggenburg Bazenheid – UHC Thun 3:12 (1:5, 2:3, 0:4)

Ifang, Bazenheid. 80 Zuschauer. SR Brändle/Manser.

Tore: 4. A. Zoss (G. Lüthi) 0:1. 11. J. Ruch (L. Aeschlimann) 0:2. 14. E. Widmer (L. Aeschlimann) 0:3. 15. M. Vogt (Y. Zimmermann) 0:4. 15. S. Schönenberger (J. Schefer) 1:4. 20. N. Ammann (J. Ruch) 1:5. 23. A. Zoss (J. Reusser) 1:6. 23. M. Röthlisberger (J. Röthlisberger) 2:6. 26. N. Ammann (E. Widmer) 2:7. 26. S. Büchel (F. Landolt) 3:7. 35. E. Widmer (J. Ruch) 3:8. 44. J. Ruch (E. Widmer) 3:9. 48. N. Ammann (J. Ruch) 3:10. 55. E. Widmer (J. Ruch) 3:11. 56. G. Lüthi (D. Küenzi) 3:12.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen United Toggenburg Bazenheid. keine Strafen.

United Toggenburg: Liechti; Resegatti, Burkhart; Gygax, Landolt; Schefer, T. Götte; Schwizer, Tannheimer; Lüthi, Cerny, Solenthaler; Büchel, J. Röthlisberger, M. Röthlisberger; Kammermann, Schönenberger, Meile; Hilber; Geisser.